Schutzauflage Obstbau

Salzgehalt in Echtzeit

Mit dem Leitfähigkeitsmessnetz stellt die  WSV seit über 20 Jahren den Anrainern entlang der Unterelbe präzise Messdaten über die Wasserqualität zur Verfügung. So können Obstbauern und Viehzüchter kurzfristig auf einen eventuell erhöhten Salzgehalt reagieren – zum Schutz von Pflanzen und Tieren.

Der Infoservice zum Salzgehalt ist wichtig, weil es im tidebeeinflussten Teil der Elbe (Tideelbe) Zonen mit unterschiedlichem Salzgehalt im Wasser (Salz-, Brack- und Süßwasser) gibt. Diese Zonen verschieben sich permanent durch den Gezeitenverlauf und den Oberwasserabfluss. Einen weiteren Einfluss können z.B. Einträge von Nitraten aus Düngemitteln der Landwirtschaft haben.

Das Messnetz entstand als Auflage der Planfest­stellungsbeschlüsse für die letzte und die laufende Fahrrinnenanpassung von Unter- und Außenelbe. Bei der Umsetzung legte die WSV großen Wert auf Nutzerfreundlichkeit und stellt die Daten in Echtzeit im Internet zur Verfügung.

Im Genehmigungsverfahren für die laufende Fahrrinnenanpassung einigten sich die Vorhabenträger Bundesrepublik Deutschland und Freie und Hansestadt Hamburg mit dem Wasserbereitstellungsverband Niederelbe auf eine Zahlung von 19,95 Mio. Euro. Die Summe steht auf Antrag Obstbauern und Viehzüchtern für den Bau von Bereitstellungsbecken und Viehtränken zu Verfügung, um eine betrieblich notwendige Wassernutzung ggf. unabhängig vom Elbwasser sicherzustellen. Mit dieser Zahlung sind alle durch den Ausbau vorhersehbaren und von den Obstbauern darüber hinaus befürchteten Wirkungen ausgeglichen.

Sollten die Messungen deutlich stärkere Veränderungen der Wasserqualität zeigen als erwartet, so müssen die Gründe untersucht werden, um eventuelle Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

So arbeitet das Leitfähigkeitsmessnetz

Das Netz besteht aus insgesamt 18 Messstellen zur Durchführung von Salzgehaltsmessungen, d.h. Dauermessungen der Leitfähigkeit und der Temperatur, an repräsentativen landwirtschaftlichen Wasserentnahmestellen. An den Messdaten können die Nutzer ablesen, wenn unzuträgliche Salzgehalte auftreten und die Bewässerung mit Elbwasser dann einstellen.

Neun Messstellen zwischen der Oste- und Schwingemündung wurden bereits im Rahmen der Fahrrinnenanpassung 1999 eingerichtet. Im Verfahren für die laufende Fahrrinnenanpassung wurde das Netz ab 2012 durch neun neue Messstellen verdichtet – fünf weitere in Niedersachsen, drei in Schleswig-Holstein und eine in Hamburg.

Auch die Daten der vier Dauermessstationen D1 bis D4 in diesem Bereich der Elbe sind online abrufbar.

Der   Online-Service der WSV zum Salzgehalt in Unter- und Außenelbe

Zu den plausibilisierten Daten gelangt man über den   Zeitreihen-Download.

Die eingesetzte Technik

Die Messstellen befinden sich in der Regel in einem Schutzrohr und sind an Spundwänden oder Dalben befestigt. Sie liefern im Minutentakt über das Mobilfunknetz ihre Daten an die digitale Infrastruktur der WSV. Einige sind energetisch autark durch ein Solarpanel. Es kommen Sonden unterschiedlicher Hersteller zum Einsatz.

Messstellen Hahnöfer Sand und Dornbusch (solarbetrieben)

Zwei Messsonden

Die bereitgestellten Daten

Nutzerinnen und Nutzer können sich verschiedene Parameter anzeigen lassen. Die Übersichtskarte (s. oben) zeigt die mögliche bzw. kritische Wasserentnahme zur Befeuchtung, Viehtränke bzw. Frostschutzberegnung, für die jeweils verschiedene Werte relevant sind. So signalisiert z.B. ein grüner Kreis die Unbedenklichkeit der Wasserentnahme und die Pfeilrichtung weist auf steigende, gleichbleibende oder fallende Werte hin.

Zu jeder Messstelle existieren Detaildarstellungen (s. Beispiel Schwinge-Sperrwerk), die die Entwicklung von Leitfähigkeit, Temperatur und Wasserstand über verschiedene Zeiträume anzeigen.

Zusätzlich findet man technische Daten und Fotos der Messstellen. Ein Link führt zum   Downloadbereich des Portals Küstendaten. Hier stehen alle Zeitreihen, auch die Leitfähigkeits- und Temperaturwerte, in plausibilisierter Form zur Verfügung.

April 2020

Regelmäßige Wartung

Die halbjährliche Wartung im März und September dient der Überprüfung der Geräte. Die Sonden werden gereinigt, um fehlerhafte Messergebnisse durch Versandung, Verschlickung oder Bewuchs auszuschließen.

Vor und nach der Reinigung werden Kontrollmessungen mit einem geeichten Handmessgerät vorgenommen und fehlerhafte Sonden ggf. ausgetauscht. So wird die gleichbleibende Qualität der Messergebnisse sichergestellt.

Kontrollmessung bei der Wartung

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