Kompensation Neuenkirchen

Priele, Wattflächen und Baumgruppen

Was sind die ökologischen Ziele?

Bei Neuenkirchen an der Stör in Schleswig-Holstein entsteht auf 10 Hektar ein tidebeinflusstes Biotop. Durch den verbesserten Tideeinfluss werden folgende Entwicklungen gefördert:

  • naturnahe Priele, Wattflächen, Röhrichte und Rieder,
  • Tide-Auwald – zum Teil durch Anpflanzung von Harthölzern,
  • Erhaltung bzw. Verbesserung der Durchspülung des Sportboothafens (Bootsclub Neuenkirchen)

Durch diese Entwicklungen entsteht ein hochwertiges Biotop, das u.a. auch für den bedrohten Schierlings-Wasserfenchel eine neue Heimat bietet. Die vom Aussterben bedrohte Art soll dort 2020 angepflanzt werden.

Dramatische Lichtstimmung über der vorbereiteten Fläche im Winter 2019

 

Was passiert im Einzelnen auf der Fläche?

Die Fläche ist bisher durch einen Durchlass im Norden beim Sportboothafen mit der Stör verbunden. Der Tideeinfluss wird nun erheblich verbessert, indem ein Zufluss direkt von der Stör im Süden der Fläche eingerichtet wird und der vorherige Durchlass zum Ablauf wird. Der Hauptgraben wird zum Verbindungsgraben zwischen den beiden Durchlässen und dafür deutlich aufgeweitet. Auf der Fläche wird sich insgesamt ein höherer Wasserstand einstellen – die aufgeweiteten  Grüppen werden bei jedem Tidehochwasser mit Wasser gefüllt sein.

An den Rändern der Gräben pflanzt man Gehölze an, die gut mit den unterschiedlichen Wasserständen klarkommen. Im Bereich der aufgeweiteten Grüppen sind dies z.B. Weiden, im Bereich des alten Sommerdeichs auf erhöhtem Gelände Harthölzer wie Ulmen, Eichen und Pfaffenhütchen. In einzelnen Bereichen werden vertiefte Bereiche in den Gräben geschaffen, die ideal für die Ansiedlung des Schierlings-Wasserfenchels sind. Aus einer unstrukturierten feuchten Wiese entsteht so ein abwechslungsreiches Gebiet mit Wasserflächen und Gehölzgruppen – attraktiv für Vögel, Fische und Pflanzen.

Welche Baumaßnahmen sind notwendig?

  • Die vorhandenen Entwässerungsgräben und der Durchlass in den Hafenpriel werden zurückgebaut.
  • Zwei Durchlassbauwerke durch den Sommerdeich öffnen die Fläche dem Tideeinfluss. Im Süden der Fläche entsteht ein Zufluss, im Norden ein Abfluss. Um die Strömungsrichtung zu steuern, erhalten die Bauwerke Rückstauklappen, beim Zulauf binnenseitig, um ein Zurückfließen zu verhindern, und beim Ablauf außenseitig, um ein Einströmen zu verhindern.
  • Der bestehende Graben in Nord-Süd-Richtung wird zum Verbindungsgraben aufgeweitet, der an der Sohle 4 Meter breit ist.
  • Die in West-Ost-Richtung verlaufenden Grüppen werden verbreitert, vertieft und an den Verbindungsgraben angeschlossen.
  • Im Südosten des Gebiets zwischen Verbindungsgraben und Mitteldeich wurden Pappeln gerodet.
  • Der Bodenaushub aus den Gräben wird auf der Fläche genutzt, um Erhöhungen zu modellieren.
  • Der Hafenpriel wird an seinem südlichen Rand (Länge 60 m) verbreitert – vom neuen Durchlass bis zur Stör. Das reduziert die Fließgeschwindigkeit und damit die Erosion des Ufers.
  • Um den Bauverkehr zu verringern, werden Baustoffe wie Spundwände auf dem Wasserweg über die Stör transportiert.
  • Die Baumaßnahmen sind im Frühjahr 2020 abgeschlossen.

Dezember 2019

Blick Richtung Westen vor Beginn der Arbeiten ...

... und nach dem Abschluss im Winter 2019 (Fotos: Jung & Rathjen i. A. des WSA Hamburg).

 

Wie wird kontrolliert, ob die ökologischen Ziele erreicht werden?

Hierfür gibt es das Instrument der Erfolgskontrolle. In festgelegten Abständen wird untersucht, ob und in welchem Umfang die durchgeführten Maßnahmen erfolgreich waren, d. h. ob die in der landschaftspflegerischen Begleitplanung und Ausführungsplanung formulierten Ziele zu einem hohen Grad erreicht worden sind (Soll-Ist-Vergleich). Inhalt und Umfang der Prüfungen sind im Erfolgskontrollen­konzept niedergeschrieben – in enger Abstimmung mit der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Steinburg, dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) und dem Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND).

Informationen über weitere Kompensationsmaßnahmen

 Wewelsfleth

 Hodorf

 Insel Schwarztonnensand

 

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